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"TRÈS CHIC IM SCHNEE"

 

"Très chic im Schnee" Winter.Sport.Mode früher und heute

14. Oktober 2012 bis 6. Januar 2013

Zur Sonderausstellung

Die Ausstellung spannt einen Bogen von der Zeit, bevor das Skilaufen nach Süddeutschland kam, bis in die letzten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts. Historische Fotografien, Filme und Kleidungsstücke erzählen über 100 Jahre Geschichte der Wintersportbekleidung. So manches Exponat ist dabei Zeugnis ganz persönlicher Geschichten. Neben der selbst genähten Wollhose einer Bauerntochter sind auch Skianzüge erfolgreicher Sportler und Sportlerinnen wie Heidi Biebl oder Irene und Maria Epple zu sehen. Unterschiedlichste Aspekte rund ums Thema werden dargestellt, so etwa Herstellung und Handel, Tourismus, Ausrüstung und Zubehör, Skihersteller, Wintersportveranstaltungen, Skinostalgie, Kunst und Illustrationen.

Viele Privatpersonen haben die Ausstellung mit Kleidungsstücken, Skischuhen, Skiern und anderen „Schätzen“ aus ihren Schränken und Dachböden bereichert. Familiäre Filmaufnahmen werden ebenso gezeigt, wie große Filmszenen des Skisports. Weitere Exponate von Vereinen, Museen, Sammlungen und Firmen tragen zur breiten Vielfalt der Präsentation bei.  

* Führungen: Gerne können Sie Führungen durch die Ausstellung buchen (ca. 1h): Telefon (0 83 49) 14 55 oder (0 83 94) 92 601-19

Skimode im Wandel

Winter.Sport.Mode

Der Winter ist die unwirtlichste aller Jahreszeiten. Der Kampf gegen Schnee, Eis und Kälte ist eine Herausforderung für die Menschen. Wenn die Feldarbeit ruhen musste, ging man zum Holzschlagen in den Wald oder führte Reparaturen an Haus und Gerätschaften durch. Und viele mussten sich im Winter ein Zubrot verdienen. Schnee und Eis boten aber auch vergnügliche Seiten. Schneeballschlachten, Rodeln oder die Ausfahrt mit dem Pferdeschlitten waren beliebter Zeitvertreib.

Winter.Sport.Mode

Im 19. Jahrhundert entdeckten die Europäer den Sport für sich – als Freizeitvergnügen und als professionellen Wettkampf. Erst spät wurde auch das „Schneeschuhlaufen“ – wie man das Skifahren nannte – populär. Meist waren es norwegische Studenten, die in den letzten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts die Mitteleuropäer mit dieser winterlichen Fortbewegung bekannt machten. Nach 1890 wurden erste Schneeschuhvereine und 1905 der Deutsche Skiverband gegründet, nordische und alpine Wettkämpfe wurden ausgetragen und Sonderzüge brachten Scharen von skibegeisterten Städtern in die Alpen und Mittelgebirge. So unbeholfen, wie sich die ersten Skiläufer darboten, sorgten sie anfangs für Verwunderung und Spott. Doch spätestens mit den Wirtschaftswunderjahren ab 1948 wurde das Skilaufen endgültig zum Breitensport.

Winter.Sport.Mode

In den Anfangszeiten galt die größte Sorge der richtigen Ausrüstung und der Entwicklung geeigneter Skilauftechniken. Eine spezielle Skibekleidung gab es nicht. Je nach Anlass trug man seine Arbeitskleidung, eine Bergausrüstung oder Anzug und Krawatte als Herr und ein langes Kleid samt Sonntagshut als Dame. Schon in den 1920er Jahren entschieden sich die Frauen selbst immer öfter für Hosen und es gab die ersten Skianzüge. Mit dem Wirtschaftswunder erlebte auch die Sport- und Bekleidungsindustrie einen raschen Aufschwung und Skibekleidung wurde zum begehrten Modeartikel. Keilhose und Anorak prägten das Bild der Skihänge in den 1950er und 60er Jahren. Danach kamen chice Jethosen und bunte Overalls in Mode. Skilaufen ist so auch zum Mode-Schaulaufen geworden. Und was auf den Pisten chic war, fand Aufnahme in die Alltagskleidung.

*Abbildungen: Bauernhofmuseum und Leihgeber (Skimuseum Fischen, Walter Trier Archiv, Konstanz)