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PRESSE

Mo. 30.10.17

mobil im museum: Smarte Kreativ"schmiede"

Illerbeuren/München. Kulturarbeit jenseits der Metropolen ermöglicht derzeit das Projekt "mobil im museum", welches Jugendliche und ihre aktuellen medialen Ausdrucksformen via Smartphones und Tablet-PCs in die Museen im ländlichen Raum bringt. Im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren zeigte die Praxisklasse Babenhausen vom 26. bis 28. September 2017 vollen Einsatz. Mit Unterstützung der Medienfachberatung, einem gemeinsamen Angebot des Bezirks und des Kreisjugendrings Schwaben, drehten die Jugendlichen drei eigene Kurzfilme.

Das Schwäbische Bauernhofmuseum Illerbeuren im Zoom von Smartphone und Tablet

Im Fokus standen die Berufe im und um das Museum. Aber die Jugendlichen konnten ihrer Fantasie auch freien Lauf lassen und neue Geschichten rund um das Museum entwickeln. Inspiration bot die abwechslungsreiche Kulisse der alten Bauernhäuser des Freilichtmuseums. Innerhalb von drei Tagen lernten die Jugendlichen in Illerbeuren, worauf es beim Filmemachen ankommt: erstellen eines Konzeptes, entwickeln eines Storyboards, Texte verfassen, Requisiten auswählen, richtige Kamerahaltung, Bildeinstellung, Ton und Schnitt.
So entstanden drei Clips, die komplett eigenständig mit Tablets gedreht und geschnitten wurden. Die Inhalte für die Filmsequenzen erarbeiteten die Schüler nach dem Kennenlernen der verschiedenen Ausstellungsbereiche selbst.


Der Kurzspielfilm „Das verschwundene Festmahl“ greift die historische Atmosphäre der alten Höfe auf. Der zweite Film begleitet dokumentarisch ein Objekt auf seinem Weg von der Aufnahme in den Museumsbestand bis in die Ausstellung und stellt dabei verschiedene Fachabteilungen innerhalb des Museumsbetriebes vor.

Der dritte Film beschäftigt sich mit alten - immer noch aktuellen - Berufen, wie zum Beispiel dem Landwirt, dem Hufschmied und dem Bäcker.

Idee von mobil im museum

Regionalmuseen rocken, Heimat erleben – beim Konzept von mobil im museum stehen jugendliche Prod-User im Mittelpunkt. Als ‚User‘ erkunden sie interaktiv die Kultur ihrer Umgebung, als Smartphone-‚Producer‘ vertiefen sie ihre Erlebnisse in eigenen Kurzfilmen. Das pädagogische Konzept von mobil im museum setzt damit direkt bei der Lebenswelt der Jugendlichen an: Inhalte nutzen, davon inspiriert eigene Gedanken formulieren, diese teilen und diskutieren.

Das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis initiiert gemeinsam mit dem Bayerischen Jugendring sowie der Bayerischen Sparkassenstiftung und der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern als uneingeschränkte Förderer bereits die zweite Runde von mobil im museum. Erfolgreiche Vermittlungsideen effektiv in den regionalen Museen zu verankern, ist dabei eines der Projektziele.
Museumspädagoginnen und -pädagogen erarbeiten gemeinsam mit ehren- und hauptamtlichen Fachkräften von 14 bayerischen Museen zukunftsweisende Konzepte für innovative Kurzfilmprojekte. Nah am Puls ihrer Heimat erkunden die Jugendlichen regionale Kultur und Geschichte und erobern Museen als individuelle Bühnen, die sie mithilfe ihrer smarten Geräte auf vielfältige Weise mit eigenen Ideen bereichern.
Dem Museumspublikum bleiben ihre Werke über digitale Bilderrahmen in der jeweiligen Ausstellung erhalten. „Das Handy wird zum Pinsel! An mobil im museum schätze ich besonders, dass sich Jugendliche über Smartphones und Tablets, also Instrumenten ihrer alltäglichen Erfahrungswelt, kreativ mit Kulturobjekten ihrer Heimat auseinandersetzen. Dabei lernen sie ihre regionale Kultur näher kennen und erkunden zugleich neue Nutzungsformen ihrer Kommunikationsgeräte“, unterstreicht Dr. Ingo Krüger, Geschäftsführender Vorstand der Bayerischen Sparkassenstiftung.

Praxisklasse Babenhausen

Die pädagogische Schulförderung "Praxisklasse" gibt es seit 2004 im Landkreis Unterallgäu, angegliedert an die Mittelschule Babenhausen. Sie ist ein Modell der Förderung von Jugendlichen mit spezifischen Lern- und Leistungsrückständen und bereitet diese gezielt auf die Berufswelt vor. Mit Unterstützung einer Sozialpädagogin fällt es den Schülern leichter, einen für sie geeigneten Berufswunsch zu formulieren und selbst erste Schritte zu wagen.

Die Praxisklasse wird aus Mitteln des europäischen Sozialfonds, der Marktgemeinde Babenhausen sowie des Landkreises Unterallgäu finanziert.

Das Schwäbische Bauernhofmuseum Illerbeuren freut sich über die intensive Zusammenarbeit, weil gerade im Umfeld der Museumsarbeit zahlreiche verschiedene Berufsqualifikationen erforderlich sind. Der Workshop hat die jungen Erwachsenen mit den Museumskollegen zusammengebracht, hat Werkstätten in historischen wie modernen Bereichen vorgestellt und das Freilichtmuseum als Ort für eigene Kreativität und Entfaltungsmöglichkeit ins Blickfeld gerückt. Die Drehtage wurden vor Ort durch die Museumspädagogik des Bauernhofmuseums intensiv betreut.

Die Filmbeiträge sollen mittels mehrerer im Museumsgelände verteilter Medienstationen in die Ausstellung integriert werden. Bereits vorab findet eine Filmpremiere im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren statt.

Weitere Informationen unter

www.mobilimmuseum.de

www.bauernhofmuseum.de

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