Flachsanbau im eigenen Garten: Das Mitmach-Projekt “1qm Lein” startet ab sofort

Das Schwäbische Freilichtmuseum Illerbeuren informiert schon heute über Aktionstag und unterstützt das Projekt mit einem Aktionstag zum Brechen und Hecheln des Flachses.

 

Gemeinsam Flachs anbauen und verarbeiten

Das Projekt 1qm Lein kommt ursprünglich aus Schweden, der Verein Werk & Wandel Dresden holt es jetzt auch nach Deutschland. Projektkoordinatorin Mona Knorr will das Wissen um den Anbau und die Verarbeitung von Flachs neu beleben: „Flachsanbau und -verarbeitung war immer eine Gemeinschaftsaufgabe, für die Menschen von verschiedenen Höfen zusammen gekommen sind. „Leider geht das Wissen um Anbau und Verarbeitung seitdem immer weiter verloren und damit auch die Wertschätzung für die aufwändige Textilherstellung”, so die Historikerin. „Das Projekt „1qm Lein“ möchte das ändern!“

Bis 8. Dezember konnten sich Interessierte bei einer ersten Crowdfunding Aktion beteiligen und dafür Saatgut für einen Quadratmeter Lein erhalten. Aktuell kann man sich noch über eine Liste eintragen, für eine geplante zweite Bestellrunde im Februar/März. 300 Starterpakete seien noch übrig.

Gemeinsam flachsen in Illerbeuren
Riffel, Breche, Schwinge, Hechel sind im Schwäbischen Freilichtmuseum keine Unbekannten. „In unserem Sammlungsbestand haben wir viele dieser alten Geräte, die damals zur Verarbeitung von Flachs verwendet wurden“, erklärt die stellvertretende Museumsleiterin Gudrun Thiel. „In unserer Flachsausstellung in der St. Ulrichs-Sölde kann man diese Geräte und Hintergründe zum Flachs ebenfalls genauer betrachten.“ Auf dem Gelände soll in diesem Jahr eigener Flachs angebaut werden. Im Zuge des museumspädagogischen Ferienprogramms im Herbst sind Groß und Klein eingeladen, bei der Flachsverarbeitung mit Hand anzulegen. Und auch Unterstützer des Projektes von 1qm Lein, die sich für den Anbau zuhause entscheiden, sind eingeladen, ihren geernteten Flachs auf den museumseigenen Geräten zu verarbeiten.

 

Vom Saatkorn bis zum fertig gewebten Leinenband
Das Projekt „1qm Lein“ begleitet die Teilnehmenden von der Aussaat über die Ernte, das Riffeln (Samenkapseln entfernen), Rösten (Auftrennen der Fasern durch Feuchtigkeit), Brecheln, Schwingen und Hecheln (Befreiung der Fasern von den holzigen Bestandteilen) hin zum Spinnen und Bandweben – mit Anleitungsvideos, Tipps und einem Mitgliederbereich zum Austausch unter den Teilnehmenden. Internetseite: www.1qmlein.de

 

Zum Hintergrund
Die Idee zum Projekt “1qm Lein” kommt aus Schweden. Der Hemslöjden-Verband zur Förderung von Handwerk hat 2020 das Projekt 1 KVM Lin ins Leben gerufen. 700 Menschen haben im ersten Jahr mitgemacht – mittlerweile sind es über 6000 und weitere Länder haben die Initiative übernommen, darunter Norwegen, die Niederlande und die Schweiz. “1qm Lein” ist ein länderübergreifendes Projekt der beiden Vereine Werk und Wandel Dresden e.V. in Deutschland und Bertas Flachs – Verein zum Erhalt des Flachshandwerks Österreich. In Deutschland koordiniert die Historikerin Mona Knorr das Projekt, in Österreich hält Handwerkslehrerin und Flachsexpertin Christiane Seufferlein die (Flachs)Fäden zusammen. 

 

Fotos und Logo zum Download:
https://drive.google.com/drive/folders/1JA8hk86h-0tlC4Z6UT5ZliPy9lhAPS2p?usp=sharing
Fotocredit: Ulrike Kohn

 

Kontakt Kooperationspartner
Alexandra Hoppe
Schwäbisches Freilichtmuseum Illerbeuren
Alexandra.hoppe@bauernhofmuseum.de

 

Kontakt Gesamtprojekt
Mona Knorr
Projektleitung 1qm Lein Deutschland
Werk und Wandel Dresden e.V.
hallo@1qmlein.de
https://1qmlein.de
Telefontermine gerne per e-Mail anfragen.

Tanja Kutter/Freilichtmuseum Illerbeuren
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